[Rezi] Die Rosenkriege - Sturmvogel

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Sturmvogel-Die-Rosenkriege-1-Roman/Conn-Iggulden/e455281.rhd
von Conn Iggulden
Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-41796-0
608 S. 
9,99€
Inhalt: 
 England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken – die Rosenkriege beginnen …

Meinung:
Als große Liebhaberin historischer Romane, habe ich mich auf die Rosenkriege - Sturmvogel wirklich gefreut. 
Diese Epoche, die Zeit der Rosenkriege, habe ich auf meiner historischen Reise bisher irgendwie außen vor gelassen. Nach meinen desaströsen Versuchen den Büchern von Rebecca Gablé etwas abzugewinnen, war Sturmvogel meine zweite Chance. 

Gleich zu Beginn will ich sagen, ich gebe dem Buch 3/5 Sternen. Es war okay, aber nicht sonderlich herausragend.

Bisher war mir der Autor Conn Iggulden kein Begriff, aber auf Goodreads wird er immer in einem Atemzug mit Bernhard Cornwell genannt, den ich überaus schätze. Iggulden schreibt für ein eher männliches Publikum, das Buch ist voll mit teils sehr detailierten Schlachtszenen, Gewalt, Blut und Schmutz. Mir persönlich liegt Erzählweise mehr, als die von Frauen-Histo-Schmökern. Leider verliert sich Mr. Iggulden gern in diesen Beschreibungen, was das Buch manchmal ziemlich langatmig machte. Die genaue Beschreibung von Lebensumständen machen so ein Buch ja erst lebendig, und im Großen und Ganzen bin ich ein Fan von solch bildhaften Schilderungen, allerdings liegt  mein Fokus eher auf den allgemeinen Lebensumständen, und weniger auf dem Militär. 

Eins meiner Probleme mit "Sturmvogel" war, dass der Autor unheimlich viel vorraussetzt. Mr. Iggulden ist Engländer und die Rosenkriege ist Teil der Geschichte seines Landes. Jedes Kind in England weiß bestimmt zehnmal besser, wer die ganzen Leute sind als ich. 
Mein Wissen über dir Rosenkriege verdanke ich 200 Seiten Rebecca Gablé, der Serie "White Queen" auf Sixx und ungefähr 20 Wikipediaartikeln die ich mir durchlesen musste, um zumindest rudimentär durchzublicken. 
(Nein, wir hatten das nie in der Schule. Wir haben das komplette Mittelalter, die Renaissance und frühe Neuzeit übersprungen um ganze 4 Jahre das 3.Reich "durchzunehmen")

Wie dem auch sei, es gibt am Anfang Karten und Stammbäume, aber alle heißen William und Richard und Edward und Henry. Ich musste mich, wie gesagt, erst mal "einlesen" um zumindest die ich nenns mal "Hauptkonflikte" und das "Hauptproblem" zu verstehen.

Die Figuren:

Mr. Iggulden fährt in Sturmvogel groß auf. Wir haben ein ganzes Füllhorn an Figuren. Ich muss sagen, ich habe nichts gegen mehrere Erzählstränge, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man immer seine "Lieblinge" hat und dann gibt es auch POVs die einem langweilen. 

In Sturmvogel mochte ich die Passagen von Magaret von Anjou, ihre Entwicklung war phänomenal und ich hätte gern mehr von ihr gehabt. Auch der Spion des Königs (wenn auch eine fiktive Figur) konnte bei mir Punkten. Vielleicht kam es auch daher, dass ich sie von Anfang an "kannte". Nach fast 200 Seiten wird dann die Figur des Jack Cade eingeführt. Ich gebe zu, ich wusste nicht, dass auch diese historisch ist (man kann ja auch nicht jede historische Person kennen) und ich fing an mich zu langweilen. 

Die Passagen von Jack Cade oder dem Bogenschützen Thomas Woodchurch waren ein harter Kampf für mich. Nicht, weil sie schlecht geschrieben waren, oder ganz und gar unwichtig für die Geschichte gewesen wären, sondern weil sie mich einfach weniger interessiert haben. Rein subjektiv gesprochen. Sobald diese zwei Herren die Erzähler waren, hatte ich nach zwanzig Seiten genug und musste das Buch erst mal wieder zur Seite legen. Jack und Thomas haben einfach nicht gezündet bei mir, leider wird ein Großteil der Geschichte von ihnen bestritten und ich hab ewig an dem Buch herumgelesen und mich mehr oder weniger durchgekämpft.

Insgesamt:

Ich glaube Conn Iggulden wollte hier den großen Wurf landen. Die Rosenkriege polarisieren geschichtsbegeisterte Leser schon immer, wie sich am großen Erfolg von Philippa Gregory und Rebecca Gablé ablesen messen lässt.

Die Geschichte bietet alles, was das Herz begehrt. Schlachten. Intriegen. Liebe. Verzweiflung. Einen durchtriebenen Graf. Einen schwachen König. Ein Land am Abgrund. Aber irgendwie ist auch diesmal der Funke bei mir nicht übergesprungen. Im Kern war alles da, aber ich konnte mich nur wenig dafür begeistern, woran das jetzt genau lag, kann ich nicht sagen.

Zum Abschluss will ich noch sagen, ich hab keine Ahnung warum das Buch Sturmvogel (in engl. Stormbird) heißt. Die zitierte Passage auf dem Buchrücken ist im Buch ziemlich unwichtig.

Ich vergebe
3/5 Sternen
für einen ordendlichen Histo, von dem ich mir aber mehr vesprochen hatte.


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