[Rezi] Fesseln der Unsterblichkeit

von Linda Valerie
Romance Edition
200 S. 
12.99€

Inhalt: 

Wofür lebst du, wenn du unsterblich bist?
Seit dem Tag ihrer Verwandlung stellt sich die Vampirin Alexandra Romanow diese Frage. Jahrhunderte ringt sie mit den Schattenseiten ihrer Existenz. Bis sie dem Sterblichen Dylan Montgomery begegnet, der eine ungeahnte Leidenschaft in ihr weckt. Doch dann wird Alexandra von ihrer Vergangenheit eingeholt und sie muss eine Entscheidung treffen …
Wird Liebe jemals genug sein, um den Fesseln der Unsterblichkeit zu entkommen?

Vorsicht, diese Rezi enthält Teile der Handlung und ja, ich hab mich über das Buch aufgeregt, die Rezi spiegelt nur meine eigene Meinung wieder. Aber meine Meinung ist nicht gut. :D
 
Meinung:

Nachdem ich Heart Beat von Romance Edition echt gut fand, hab ich auf einen weiteren Titel gewartet der mich vom Thema her anspircht. 

Fesseln der Unsterblichkeit läuft unter Historical und ihr wisst, ich mag Histos und es kann von mir aus auch gern erotisch dabei zugehen. 
Ich hatte außerdem das große Glück das Buch über eine Verlosung zu gewinnen und wartete aufgeregt was da auf mich zukommt. 

Ganz im Ernst. Es wäre besser gewesen das Buch wäre in der Post verloren gegangen. 

Das Buch startet schon wenig logisch. 
Ja, es ist "nur" ein erotischer Roman, ich erwarte hier keine ausgeglügelten Plots oder jahrelange Recherche, aber zumindest ein Mindestmaß an Logik ist ja wohl nicht zu viel verlangt. Oder?

Es fänt an: Dylan fährt durch die schottische Pampa, da rennt ein Hund vor sein Auto. Er folgt dem Hund und gelangt zu einem Haus. Da er sowieso ein Hotel eröffnen will, denkt er sich: Hey ... du könntest doch dieses Haus kaufen (sic) und klingelt. Keiner öffnet. Aber er hört Klavierspiel, also geht er einfach mal rein (sic.) Da hockt Sascha und zwischen den beiden ist natürlich sofort total die sexuelle Stimmung, weil das ja auch das erste ist, was man denkt und fühlt, wenn ein Wildfremder plötzlich hinter mir steht (genau deshalb schließ ich die Haustür immer ab. Man weiß ja nie!) 

Kurz darauf springen wir in die Vergangenheit und das Buch stürtzt total ab. 
Wie gesagt, ich verlange hier keine jahrelange Recherche die bis ins Detail geht, aber ein Mindestmaß, BITTE!
Zunächst handelt es sich um Tagebucheinträge, die Sascha (damals noch Alexandra) 1640 gemacht hat. Das die Frau eines Schmieds im 17. Jahrhundert in Russland Tagebuch schreibt ... nun ja. Aber dass es von der Wortwahl sich nicht nicht von dem Text der Gegenwart unterscheidet, das ist schon bitter. 

Man sollte einfach mal wissen, dass Worte wie Drink in der Historie nicht gehen. Dass ein französischer Adliger seine Schwester nicht Mylady (Madame? Hallo? Irgendwer?) nennt usw. Der größte Lacher für mich (alter Historynerd) war aber, dass der Lover von Sascha den "Herzog von Anjou" getötet hat und seinen Platz eingenommen hat, ohne dass es jemand aufgefallen ist!

Insiderwitz: Der Herzog von Anjou war zu dieser Zeit  Louis François de Bourbon, der SOHN des Königs! Hm ... wäre aufgefallen, oder????? ODER? Google kann da echt weiter helfen!

Und so geht es weiter und weiter. 
(Daywalker? Klar kein Problem, sogar im Russland des 17. Jahrhunderts spricht man 1A englisch)
Wie gesagt, ich erwarte keinen vollwertigen Histo, aber wenn man überhaupt keine Ahnung von nix hat und einfach mal irgendwas hinschreibt, dann soll mans bitte einfach sein lassen. 

Das Schlimmste an der Sache waren ja nicht mal die vielen Fehler, sondern die Tatsache, dass die Story einfach total platt ist. 
Atmosphärisches Schreiben? In die Gescichte und die Figuren eintauchen? Fehlanzeige! 
Einen erschreckend großen Teil der 200 Seiten ist der innere-Mimimi-Dialog der Protagonistin. Andauernd Frageblöcke (Was soll ich tun? Warum bestraft mich das Schicksal nur so? ...) und Rumgeheule. Selbstreflexion. Und ein konstruierter Plot.

Die Geschichte könnte genauso gut 1899 in der Arktis oder 1977 in Hawaii spielen, es würde nicht viel Unterschied machen, einfach weil es eh kaum Umgebungsbeschreibungen gibt. Und Paris 1672 nur eine Überschrift ist. Ab und zu erwähnt wird, dass sie ein Kleid trägt oder auf einen (Klischee)Maskenball geht. 

Aber selbst über das viele Mimimi könnte ich hinwegsehen, wenn die Sexszenen wenigstens gut wären. Aber ein Großteil ist einfach nur lahm. 
Die meisten historischen Sexszenen bestehen nur daraus, dass "Er" in Saschas feuchte Ritze oder ihre Spalte (sic.) stößt. Nicht grade etwas, was die Story rausreißen würde. Wie schon erwähnt atmosphärisches Schreiben ist so gut wie nicht vorhanden. Knistern? Fehlanzeige.

Über den verhuschten weiteren Plot verlier ich einfach mal kein Wort. 

 Fazit: 

Für mich ist Fesseln der Unsterblichkeit einfach ein Totalausfall auf ganzer Linie. 
Der historische Teil ist einfach nur lachhaft schlecht geschrieben. Der Teil der in der Gegenwart spielt zu gehuscht. 
Atmosphärisches Schreiben ist nur rudimentär vorhanden, ich konnte einfach nicht in die Geschichte eintauchen. 

Und das schlimmste ist, noch nicht einmal die "erotischen Szenen" schaffen es mich aus der langweiligen Geschichte herauszuholen. 

Fesseln der Unsterblichkeit war für mich eine der größten Enttäuschungen dieses Jahres.
 

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