[Rezi] Bis in Herz der Ewigkeit

http://www.carlsen.de/epub/bis-ins-herz-der-ewigkeit/54209#Inhalt
von Alana Falk
Carlsen-Impress
279 S. 
ISBN: 978-3-646-60040-7 
3.99€
Inhalt: 
 Hamburg im Jahre 1888. Die siebzehnjährige Kaufmannstochter Sarah weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Längst hat sie sich damit abgefunden und fügt sich bereitwillig den Anweisungen ihres Vaters, sich zu schonen und den Familiensitz niemals zu verlassen. Doch dann begegnet sie Jan, dem Sohn der Schneiderin, der eine geheimnisvolle magische Gabe besitzt und einen längst verloren geglaubten Wunsch in ihr weckt: den Wunsch, ihrem Schicksal zu entkommen. Mit Sarahs Gefühlen für Jan wächst auch ihr Wille, um ihr Leben zu kämpfen. Aber die Zeit drängt und schon bald beginnt Sarah zu verstehen, dass es für die Erfüllung ihres Wunsches mehr braucht als bloße Magie…

 
Meinung: 
 So liebe Fans historisch-fantastischer Liebesgeschichten, auf gehts in eine neue Runde!

Meiner Meinung nach gibt es echt nichts Besseres, als einen historischen Plot mit einem Hauch von Magie zu mischen, das ganze ins 19. Jahrhundert zu schubsen und ordentlich loszulegen. Ehrlich. Ich liebe historische Fantasy und nichts wird mich jemals davor retten können. 

Und ab und zu darf es auch mal eine zarte Liebesgeschichte sein. Ich gebe zu, anfangs war ich etwas ... ich will nicht sagen skeptisch, sagen wir einfach, Bis ins Herz der Ewigkeit, ist nichts, auf was ich mich sofort gierig gestürzt hätte. 

Mädchen in Hauptrolle und natürlich will sie mehr, als ihr Stand zulässt. Bin ich eigentlich kein großer Fan von, aber man soll ja ein Buch nie sofort nach seiner Protagonistin beurteilen. 

Das Buch beginnt schon mal sehr vielversprechend und ich hab die ersten 25% gleich in einem Rutsch durchgelesen. 

Sarah, Tochter eines erfolgreichen Hamburger Kaufmanns, weiß, dass sie sterben wird und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. 
Sie gehorcht ihrem Vater, bleibt zu Hause, schont sich und wartet auf das Unausweichliche. Dann begegnet sie Jan, dem Sohn ihrer Schneiderin. Entgegen alles was schicklich ist verlieben die Zwei sich ineinander. 

Doch während Jan von einer gemeinsammen Zukunft träumt, hadert Sarah mit ihrem Schicksal. Denn ihr Todestag rückt näher und näher und Jan weiß nicht, dass sie bald sterben muss. 

Es gibt vieles, was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat. 
Ich liebe historische Romane und Hamburg war als Kulisse mal etwas neues. Ich bin sonst doch sehr auf Paris oder England fixiert. 

Es gibt auch Fantasy-Elemente. Menschen mit Gaben. An sich, fand ich das Magiesystem einfach nur genial. Wirklich. Eins der besten Magiesysteme seit langem. Leider, und das ist eins der wenigen Mankos, erfährt man einfach viel zu wenig. An sich und in sich ist es eine das Magiesystem eine runde Sache und wie schon erwähnt, es ist an sich wirklich grandios. Ich hätte eben nur gern MEHR davon gehabt. Leider, und ich schreibe das hier einfach mal von meiner nicht-Romantiksau-Warte aus, nimmt die Liebesgeschichte einfach den Großteil der Handlung ein, und lässt dem Drumherum zu wenig Platz. Verschenktes Potential in meinen Augen. Und wirklich sehr sehr schade. 

Die Geschichte wird in drei verschiedenen Strängen erzählt. Sarah, Jan und Sarah nachdem das Unausweichliche passiert ist. 
Ich fand es super, dass auch Jan zu Wort kommt. Denn wie gesagt, weibliche Hauptfiguren genieße ich mit großer Vorsicht. 

Die Figuren sind rund und gut gelungen. Zwar fehlt ihnen dass, was ich für mich als das gewisse Etwas bezeichnen würde, aber sie sind symphatisch und jaaaaaa ich gebs zu, ich hab geheult. Das ist immer ein gutes Zeichen. 

Sarah ist eben das typische Mädchen das mehr will, als sein Stand ihr erlaubt. Raus. Die Welt sehen. Abenteuer. Aber ihre Krankheit verhindert es. Trotzdem ist sie nicht depressiv oder so (Gott sei Dank) sondern akzeptiert es und versucht noch irgendwie das Beste daraus zu machen. 

Jan ist ... dickköpfig. Auch er will mehr, als er hat. Darin gleicht er Sarah. Er hat einen Plan vom Leben und verfolgt ihn konsequent. 
Leider (wieder meine Warte) ist auch er zu sehr auf die Lovestory zentriert. Weshalb sein ganzen Denken und Tun nur auf Sarah ausgerichtet ist. Und der Plan mit dem Kaufmann etc. dann doch eher zweitrangig ist. 

Die Nebenfiguren sind auch gut besetzt, obwohl ich Sarahs Mutter manchmal zu deus ex machina fand. Durch sie und ihre indirekte Hilfe werden viele Handlungspunkte erst möglich. Natürlich wird das alles logisch erklärt, allerdings macht es die Autorin ihren Figuren sehr leicht das zu erreichen, was sie wollen. 

Lange habe ich mich gefragt wie das alles ausgeht und wie sich alles auflöst. Das Endergebnis fand ich ... ja auch etwas zu leicht. Und gerade gegen Ende, war es wieder so: Zentrum auf Sarah und Jan und alle Fragen die sich ergeben haben, werden nicht oder nur sehr gehetzt beantwortet. Wieder ein kleines Manko und sehr schade. 

Fazit: 

Alana Falk schreibt sehr gut. Sehr gefühlvoll. Bisweilen spannend. Sie verrät uns nicht gleich alles und hat eine wirklich fabulöse Welt erschaffen. Ein Magiesystem wie ich es noch nicht gekannt habe und liebenswerte Charaktere. 
Für das Genre in dem sie schreibt, romantische Liebesgeschichte für junge Leute, hat sie absolut alles richtig gemacht. Und ich kann nur 5/5 Sterne geben. 

Wenn ich es aber aus meiner Sicht betrachte, als Buch unter den Büchern die ich habe, muss ich leider einen Stern abziehen. Denn Bis ins  Herz der Ewigkeit leidet unter der typischen, ich nenns mal Impress-Krankheit. 

Ein kurzes Buch, keine dreihundert Seiten, alles geht sehr sehr schnell und ist sehr sehr auf die Lovestory fixiert (für die angestrebte Leserschaft natürlich kein Problem) aber immer wenn ich ein Impress Buch lese, dann will ich mehr. Mehr von der Welt, mehr von den Charakteren außerhalb der Love-Story, mehr Fleisch auf den Knochen der Geschichte. Ich will meine Fragen beantwortet haben. Ich bin der festen Meinung, das Buch hätte noch besser sein können, wenn die Autorin mehr geschrieben hätte. 

Nebenfiguren, wie z.B. Hagen, tauchen einmal auf (und eigentlich hatte er für die Geschichte keine Bedeutung. Man hätte ihn auch weglassen können) und verschwinden dann wieder, obwohl sie im Ansatz interessante Figuren sind. Oder die Friedhofswärterin. Auch von ihr erfahren wir nur das Nötigste und dann ist es auch schon wieder vorbei. Andeutungen werden gemacht, Drohungen ausgestoßen, aber es wird nie geklärt, wer "DIE" sind. 

Ich sehe das nicht als großes Manko, aber ich muss eben in der Gesamtwertung deshalb einen Stern abziehen. 

Genre-Wertung: 5/5 Sternen
Gesamt-Wertung: 4/5 Sterne

Wenn ihr also historische Liebesgeschichten mit ein bisschen Fantasy mögt, könnt ihr mit "Bis ins Herz der Ewigkeit" eigentlich nichts falsch machen.

Kommentare

  1. Schöne Rezi! Das klingt genau nach meinem Geschmack, hab es mir gleich auf die Wunschliste gepackt :)

    LG
    Anika

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