[Rezi] Winter People - wer die Toten weckt

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/winter-people-wer-die-toten-weckt-9783548286099.html
von Jennifer McMahon
Ullstein Verlag
400 S. 
ISBN-13 9783548286099
14.95€


Inhalt:
Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen - für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont ...
Meinung:

Immer mal wieder überkommt es mich und ich will ein richtig gruseliges Buch lesen. Das ist natürlich nur eine teilweise gute Idee, denn ich gebe es zu, ich bin ein Schisser vor dem Herrn. Harry Potter, Jurrasic Park, Akte X ... wenn ich das sehe sind teil Herzinfarkte garantiert. 

Dennoch hat mich Jennifer McMahons neues Werk sofort gereizt. Ich hatte von ihr ja schon don´t breathe a word gelesen und eine Woche mit Nachtlich geschlafen. Winter People schlägt genau in die selbe Kerbe. 

Auch dieses Buch spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen. 
Einmal im Jahr 1908. Es geht um Sara die ihre kleine Tochter Gertie bei einem tragischen Unglück verliert und mit Hilfe eines alten Zaubers, den sie von ihrer Auntie vererbt bekommen hat, von den Toten zurück holt. 

Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart. Die Mutter von Ruthie und Fawn, verschwindet spurlos und sie kommen einer alten Legende auf die Spur. Der von den Schlafenden. Tote die durch einen uralten Zauber zurück ins Leben gerufen wurden und im Wald umgehen sollen. 

Es gibt noch weitere POVs.
In der heutigen Zeit Katherine, die herausfinden will, warum ihr Ehemann am Tag seinen Todes nach Vermont gefahren ist. 
Und 1908 Martin, Saras Ehemann. 

Mich persönlich haben die vielen POVs nicht gestört, genauso wenig wie die Tatsache, dass Saras Passagen aus der Ich-Perspektive geschrieben waren. 

Jennifer McMahon hats einfach drauf. Wirklich. Sie wählt für ihre Bücher meist Vermont als Schauplatz und ich bin der Meinung, wenn irgendwo in Amerika gruseliger Scheiß abgeht, dann in Vermont!
Das Buch rührt einfach an viele meiner Urängste: 

Kleinstadt. Wald. Einsam gelegener Bauernhof. Und eine gruselige Felsformation genannt die Teufelsfaust, in deren Umkreis kein Weizen gedeiht, der Boden nur Steine produziert und das Obst an den Bäumen verfault. Die Kunst dieser Autorin liegt darin, die winzige Details zu verraten. Die Farbe von Aunties Zähnen, das Aussehen ihres Rings. Und dann ... urplötzlich tauchen die selben Gegenstände an anderer Stelle wieder auf und dir geht der Arsch gehörig auf Grundeis. 

Das Buch ist gruselig, zumindest ich hab mir voll einen abgegruselt. Ich hab die ersten hundert Seiten gestern Abend gelesen, aber da war dunkel draußen. Ich hab mich gefürchtet, eine Nacht schlecht geschlafen und wollte es sein lassen. Aber dann hab ich heute (total der Angsthase) die letzten 300 Seiten gerissen, jetzt, wo es noch hell ist. 

Das Buch ist rasant. Durch die vielen kleinen, immer wiederkehrenden Details, die gruselige Umgebung und die Perspektivwechsel, ist es unheimlich spannend. Zwar bin ich irgendwann in der Mitte hinter den Clou gekommen und hatte schon eine Ahnung, wie das Enden könnte (und wurde auch darin bestätigt) aber das tut der Story keinen Abriss. 

Am Ende hatte ich den Mama-Effekt. 
Meine Freunde hatten mich in den Film Mama geschleift und ich hab über eine Stunde den Kinosessel durchgeschwitzt und dem Arm meines Mannes ein paar Extranarben hinzugefügt. Von dem fliegenden Popcorn und dem Augenzuhalten und im Sitz zusammenkauern nicht zu sprechen. Doch dann, als man gegen Ende Mama in ihrer ganzen CGI-Pracht sah, fiel der ganze Grusel in sich zusammen wie ein Souflee. 

Genau so war es bei Winter People auch. Ich konnte mich fast dreihundert Seiten gruseln, solange alles vage war. Es um das Kratzen von Fingern in Wandschränken, Schatten in den Wäldern und uralte Geheimnisse ging. 
Sobald das Mysterium einen Namen hatte und die Sache sich begann aufzulösen, war der Grusel verschwunden. 

Im Allgmeinen fand ich den Schluss etwas ... nun ja. Mir blieben ein paar Fragen unbeantwortet. Was war jetzt mit Ruthies Vater? Wurde er ermordet? Hatte er einen Herzinfarkt oder war es doch was Übernatürliches? Es gibt noch ein paar andere Fragen, aber die würden das Ende für all jene spoilern die das Buch noch nicht gelesen haben. 

Fazit: 

Winter People ist ein unheimlich atmsophärisches Buch, das Geschickt mit dem Wissensvorsprung der Leser spielt. 
Jennifer McMahon ist eine Meisterin solche Situationen zu schaffen und Geschichten an gruseligen Orten anzusiedeln. 
Der Schluss ist etwas ... ja ich will nicht enttäuschend schreiben, denn enttäuscht war ich nicht. Es endet eben, und der Grusel, also das was das Buch toll gemacht hat, ist verschwunden. 

Trotzdem, klare Leseempfehlung für alle die sich gepflegt gruseln wollen 

5/5 Sternen!

Kommentare

  1. Echt tolle Rezension. Ich glaube, dass ich mir das Buch dann zulegen werde. :)

    Ich habe dich für den "Liebster Award nominiert". Falls du wissen willst was das ist, dann schau doch bitte mal auf meinem Blog vorbei.

    http://dasbuechereulenparadies.blogspot.de/2014/04/liebster-award-nominierung_13.html#more

    Viele liebe Grüße
    Maria :)

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