[Rezi] Kingdom

von Jack Hight
John Murray Publ. 
ISBN 1848545339
436 S. 
8.80€
 
Inhalt: 
 
1164. The young warrior Saladin joins a Saracen army headed for Egypt. He finds there a land of wonders - from the ancient pyramids and the towering lighthouse of Alexandria, to the caliph's luxurious palace - but also a land of unparalleled danger. In Egypt, no one can be trusted, not even his family. Saladin is surrounded by enemies and haunted by a secret that threatens to destroy him. Meanwhile, in Jerusalem, Saladin's closest friend, the former crusader John of Tatewic, has been branded traitor. Spared execution on condition that he serves King Amalric, he soon finds himself embroiled in court intrigue. Dark forces within Jerusalem conspire to seize the throne. As John confronts them, his loyalty to Amalric, and to his old friend Saladin, is put to the test.

Leseniveau: 
Mittel
 
Meinung: 

Schon nach den ersten 50 Seiten von Eagle, dem ersten Buch der Saladin-Trilogie, war mir klar, dass ich ein großer Fan von Jack Hight bin. Also hab ich mir sofort Band zwei und drei (Holy War) bestellt. 

Es ist schwer zu beschreiben, was genau mich an diesen Büchern so fasziniert und immer wieder, komme ich zu dem Punkt, dass ich, gerade im Bezug auf historische Romane, wirklich einen ganz speziellen Geschmack habe. 
Für mich ist ein historischer Roman erst dann wirklich gut, wenn man beim lesen einfach vergisst, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Das klingt, mal wieder, merkwürdig, aber für mich gibt es nichts schlimmeres, als Bücher zu lesen in denen die Figuren "quasi historisch" daherreden. So ala "mich deucht ich hab etwas vernommen". 
Oder wenn der Autor versucht über lange Erklärpassagen sein erworbenes Wissen zu vermitteln. Ein seht her, was ich recherchiert habe. 

Ich glaube man kann sagen, dass Jack Hight für mich einfach alles richtig gemacht hat. 

Die Figuren sind Männer, was mir all das erstpart, was ich an historischen Romanen nicht ausstehen kann. Frauen und ihre historischen Emanzipationsprobleme. 
Das Buch ist nicht belehrend, nicht wertend im Bezug auf Religion. Es gibt kein klassisches schwarz/weiß Schema, ein Punkt der für mich eben so wichtig ist, wie die oben genannten. Zwar gibt es Reynard, der wirklich (auch historisch betrachtet) der größte Arsch und der größte Kriegstreiber im heiligen Land ist. Aber er wird hier nicht als der Oberbösewicht aufgebaut. Gut und Böse sind hier, wie überall auf der Welt, einfach eine Frage des Standpunkts und des Blickwinkels. 

Genau wie Eagle ist auch Kingdom voller Schlachten und Kämpfe. 
Der einzige Unterschied ist, dass John und Saladin nun auf verschiedenen Seiten stehen. 

John muss im christlichen Jerusalem erst wieder bei "seinen Leuten" ankommen, die ihn für einen Verräter halten und ihn am liebsten tot sehen wollen. 
König Amalric rettet ihn vor dem Tod und John wird sein Berater und Tutor für Prinz Baldwin. Doch schon bald wird er in die Intriegen des Hofes von Jerusalem verstrickt und hat bald alle Hände voll zu tun, um einen Krieg gegen seinen besten Freund zu verhindern. 

Saladin ergeht es derweil auch nicht besser. 
Durch ein tödliches Geheimnis den Launen eines zwielichtigen Eunuchen ausgeliefert, zieht es ihn nach Ägypten. 
Doch auch Saladin muss sich bald entscheiden, für was und für wen er kämpft und wo genau seine Loyalitäten liegen. Denn es kann eben nur einen König geben, und er muss sich sich für einen Weg entscheiden. 

Insgesamt ist Kingdom ein sehr gutes Buch. Es erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Das Leben zweier Männer im Zeitraffer und man wird ganz wehmütig. Einerseits, weil man John und Saladin kennt, seit sie ... ja fast noch Kinder waren. Andererseits, weil man ja genau absehen kann, wie alles enden wird. 
Immer wenn eine historische Figur auftaucht, macht es bei mir im Kopf: ratter ratter ratter. Ah ja ... Lepra ... du wirst bald geköpft ... Schlacht von Hattin ... Kriegstreiber. 

Das ist der kleine Nachteil von solchen Histos, genau wie bei Titanic, Spratacus oder Bibelverfilmungen, man kennt den Ausgang schon, wenn man auf Seite eins ist. 

Gibt es Kritikpunkte?
Ich würde sagen, Kingdom ist ein klassischer zweiter Teil. Im ersten ist alles neu und aufregend und im dritten kommt das große Finale, hier also die Schlacht um Jerusalem und alles was davor (Hattin) und alles was darauf folgt (Richard Löwenherz). Der zweite Teil ist dafür der Wegbereiter. Saladin kann Jersualem nicht angreifen, bevor er sein Volk nicht geeint hat. Und er kann sein Volk nicht einen, wenn er nicht König ist. 

Von der Warte aus betrachtet hat Kingdom natürlich seine Längen, denn es muss ja erst einmal all das passieren, was zu der Schlacht um Jerusalem füht. Könige müssen sterben, Friedensabkommen gebrochen werden. Saladin und John und König Baldwin müssen das richtige Alter haben und der Autor kann ja nicht einfach mal mit einem Wimpernschlag 20 Lebensjahre überspringen. 

Ich bin weit davon entfernt zu sagen, Kingdom wäre langweilig. Es ist die Vorbereitung auf den dritten Teil und in sich spannend genug um fast 500 Seiten zu füllen. 


Kommentare

  1. Einladung die von Herzen kommt:
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    Man lernt viele liebe Menschen kennen die genau so süchtig nach Büchern sind wie DU! :)

    Wie kannst du teilnehmen?
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    Sag mir bitte in diesem folgenden Link als Kommentar bescheid ob und wie du teilnehmen willst :)
    http://booktasy.blogspot.de/2014/04/teilnehmerliste-lesewochenende-no2.html

    Ich freue mich sehr auf das lesen und austauchen mit dir!
    Liebste Grüße,
    Katrin von http://booktasy.blogspot.de

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