Die Verfluchte - Wild Roses I

http://www.dryas.de/traenen-der-rose/
 von Claire Gavilan
Dyras Verlag
71 S. 
0,99€

Inhalt: 
Zusammen mit ihrer Freundin flieht Rose vor einer gescheiterten Beziehung in die Bretagne. Vom ersten Tag an, den sie in dem kleinen Cottage am Atlantik verbringt, hat sie erotisch-dunkle Träume von einem keltisch aussehenden Mann: Alan. Was sie nicht ahnt: Alan ist auf der Suche nach ihr, und während sie noch versucht, zu begreifen, warum sie keinen Mann wirklich lieben kann, kommt er ihr immer näher. Und mit ihm kommt der Tod ..

Vorsicht die Rezi ist sarkastisch und enthält Teile der Handlung.


Meinung

Ich bin an dem wirklich tollen Cover hängen geblieben und die Story klang auch ganz okay. Nicht wie etwas, auf das ich mich stürze, aber warum nicht?

Ich fing an zu lesen und es ging locker und flockig zur Sache. Rose, die sich gerade von ihrem Freund Serge getrennt hat, verbringt mit ihrer Freundin Enora Ferien in der Bretagne. Dabei quälen sie diese "düster erotischen Träume" ... hier sei jeder der "erotisch" im Sinne von Bum-Bum-Bettgymnsatik-erotisch erwartet vorgewarnt ... es ist eher ... keuch. Ich würde das nicht mal wirklich als Sextraum bezeichnen, aber okay. 

Rose ist verwirrt, denn der Mann in ihren Träumen kommt ihr bekannt vor. Sie vermutet, dass er Teil ihres Lebens war, BEVOR sie vor zwei Jahren diesen Segelunfall hatte, und sich seitdem an nichts mehr erinnern kann, was davor passiert ist. 
Und genau an diesem Punkt fing die Story an merkwürdig zu werden. 

Die Handlung fächert auf und wir bekommen jede Menge POVs. Da wäre z.B. Glynis die "Kräuterfrau" die in einem heruntergekommenen Schuppen neben dem Ferienhaus von Rose und Enora wohnt. Zwar wundert sich Rose, bei einem zufälligen Besuch in der Baracke, dass alles aussieht wie von vor 2000 Jahren, aber so richtig 1 und 1 zusammenzählen ... das macht sie nicht. Auch wenn die Alte die ganze Zeit kryptisch daher schwätzt und Rose das Photo einer Frau findet, die ihr verflucht ähnlich sieht. 

Rose ist einfach viel zu gut alles auf "Einbildung" "Überreizung" "Schlafwandeln" und anderes Bla-Bla zu schieben, so das ihr die ganzen Merkwürdigkeiten entgehen. 

Ein weiterer POV ist Alan. Der Kerl aus ihren Träumen. Irgenwann fährt er mal nach Paris, und es gibt ein Intermezzo mit ner Nutte und ner Punkergang. Was genau das Kapitel sollte, hab ich bis jetzt immer noch nicht kapiert. Auf jeden Fall sind er und Rose wohl verflucht. Shit happens, sag ich da nur. 

Des weiteren treten als POVs auf: Branwen, die böse sexgeile Morrigan, die sich einfach mal alles und jeden ins Bett holt und wegen Alans Eskapaden nie zum Abschluss kommt. Und Enora, die scheinbar nicht die ist, die sie vorgibt zu sein.  

Ich könnte ja mit so vielen verschiedenen Sichtweisen auf so wenigen Seiten leben, wenn die Figuren nicht solche a) Hohlbolzen (Rose) b) Klischeebolzen wie Alan (der dunkle, heiße Typ mit Fluch und Geheimnis) und Branwen (die absolut überzeichnete Hexenbösewichtin, die zum Lachen auch mal gern den Kopf in den Nacken legt.)

Die Figuren sind wirklich nicht so der Bringer. Rose ist andauernd verwirrt und stolpert zwischen Furcht und Geilheit, wenn sie Alan sieht, hin und her. Andauernd heult sie (grundlos) und hat komische Flaschbacks in denen sie Stimmen hört. 

Branwen ist einfach nur überzeichnet. So sehr over the top, ich kann sie nicht ernst nehmen. Wie gesagt, sobald eine Figur beim Lachen den Kopf in den Nacken legt und der Verfluchten einen Vortrag hält, dass sie sie verflucht hat und muhahahahaha, da hört es bei mir total auf. 

Alan ist eigentlich immer nur gequält und gepeinigt von seinem gar so schrecklichem Fatum. Hadert seit 2000 Jahren mit seinem Schicksal und ist einfach nur nervig. 

Aber auch darüber könnte ich ja noch wohlmeinend hinwegsehen, wenn wenigstens der Schreibstil in Ordnung wäre. 

Am Anfang hatte ich mir noch überlegt die anderen Teile zu kaufen. Einfach aus Interesse, auf was das rausläuft. Aber je mehr % auf der Anzeige waren, desto weniger wollte ich. 

Die Story war eigentlich durchschaubar wie Fensterglas, aber der eigentliche Tiefpunkt waren die vielen Wiederholungen. 
Ich glaube die Autorin erwähnt 122943048372x wie blau Alans Augen sind. Wie blau sie leuchten. Wie sich das blaue Muster auf seiner Haut ausbreitet. Auf manchen Seiten stand viermal (!) das Wort blau im Bezug auf seine Augen. Manchmal wollte ich schreien: OMG wir wissen es! Wir haben verstanden, seine Augen sind blau! Sie leuchten blau! Da sind blaue Muster! Und eine Zeile später kam schon wieder das Wort blau. 

Andauernd ist Alan gepeinigt oder seine Finger krallen sich in irgendwas. Andauernd werden sein rabenschwarzes Haar oder seine Rabenhaare erwähnt. 

Gegen Ende war es sogar so, dass zwei Absätze hintereinander mit den gleichen zwei Sätzen enden! Sie wandte sich ab und rannte. 
Und ich dachte schon ich seh nicht richtig, als genau die selben zwei Sätze vier Seiten später wieder kommen!
Genau die selben!
Hat da kein Lektor mal genauer drüber gelesen? Fällt nur mir sowas auf?

Jetzt nach Beendigung des ersten Teils muss ich sagen: Ja, die Idee hinter den anderen Teilen. Also das Große und Ganze klingt toll. Wirklich. Das ist was, da sag ich: boah ... super Idee. Und das ist das, was mich daran richtig wütend macht. Jetzt hock ich hier, mit der tollen Grundidee zu dieser Story, und was da wohl noch alles kommen mag. Aber ich hab eben diese Umsetzung und ich denke mal nicht, dass das noch besser wird. 

Denn ohne Witze, noch einmal 79 Seiten in denen zwei Milliarden Mal Alans blaue Augen erwähnt werden schaff ich nicht. 

Fazit: 

Jetzt da ich die Grundidee hinter dem Buch verstanden habe und verstehe wie die anderen Teile weiter gehen werden, ärgert es mich unfassbar, dass Schreibstil und Charaktere so schlecht ausgearbeitet sind. 

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