[Rezi] Kill Order


von Andrea Gunschera
Siebenverlag
280S. 
ISBN: 978-3-864432-48-4
8.99€ (ebook)
14.90€ (Broschur)

Inhalt: 

Der Ex-PLO Kämpfer und ehemalige Auftragsmörder Nikolaj Fedorow hat sein altes Leben hinter sich gelassen. Zurückgezogen lebt er das Leben eines Malers und versucht sein altes Leben zu vergessen. Doch die Vergangenheit holt ihn ein, als der Mossad ihn aufspürt und sich für seinen letzten Auftrag interessiert - den spektakulär inszenierten Mord an einem jüdischen Politiker.


Die Ermittlungen der israelischen Agenten bringen eine weitere Partei ins mörderische Spiel, die um jeden Preis zu verhindern sucht, dass Nikolaj dem Mossad lebend in die Hände fällt und Informationen über das Attentat und seine Hintergründe preisgibt. Als Carmen Arndt auf der Bildfläche erscheint, die Frau, die Nikolaj einst liebte und die er verraten hat, gerät die Situation außer Kontrolle. 



Dieses Buch gab es irgendwann mal umsonst auf Amazon zum Download. Zumindest kann ich mich dunkel daran erinnern, dass es so war.
Wie dem auch sein, ich hab das Buch auf meinem Kindle gefunden und angefangen zu lesen.

Die nächsten zwei Tage verbrachte ich in so einer Art Lesedelirium, und so unwichtige Dinge wie schlafen, einkaufen, Arztbesuche ... naja ... notwendiges Übel, würde ich sagen.

Ich bin nicht wirklich der größte Thrillerleser, aber Kill Order hat mich irgendwie gepackt und nicht mehr losgelassen.

Zunächst einmal, das Buch hat einen sehr ungewöhnlichen Schauplatz. Wie ihr alle wisst, nehme ich an der "Lies dich um die Welt"-Challenge von Chimiko teil. Und da entwickelt man schon einen gewissen Ehrgeiz einmal andere Länder als nur England, Frankreich und die USA zu besuchen.
Kill Order spielt größtenteils im nahen Osten, im Libanon und Isreal. Bevor es dann über Zypern zurück nach Deutschland geht.
Dieser exotische Schauplatz war schon mal ein großer Pluspunkt (nicht nur, weil ich den Libanon jetzt von der Challengeliste streichen kann) Ich liebe es neue Länder während des Lesens zu entdecken.

Aber der außergewöhnliche Schauplatz ist natürlich nicht der einzige Pluspunkt an diesem Buch. Die Story ist einfach genial.
Es geht um den Ex-Auftragskiller Nikolaj der vor ein paar Jahren einen hochrangigen israelischen Politiker erschossen hat. Ein Job ist ein Job. Aber dann lief das Attentat aus dem Ruder und Nikolaj musste untertauchen.
Jetzt, Jahre später, wohnt er zurückgezogen in seinem Haus im Libanon und widmet sich der Malerei. Bis eines Tages, durch einen wirklich dummen Zufall, seine Tarnung auffliegt. Und plötzlich ist der Mossad, der israelische Geheimdienst, hinter ihm her.
Und dann das ist erst der Anfang seiner Probleme. 

Du meine Güte.
Irgendwann, so ab Mitte des Buches, hab ich unbewusst angefangen meine Nägel runterzukauen. Andrea Gunschera gönnt uns Lesern und ihren armen Figuren wirklich keine Minute Ruhe. Es gibt keine Verschnaufpausen.
War ein bisschen so, wie bei den Bourne-Filmen.
Andauernd wurde geschossen, es gibt Verfolgungsjagden, Leichen pflastern den Weg der Protagonisten. Die Figuern schenken einander echt nix, das Buch ist hart, brutal und ehrlich. Genauso wie ich es mag.

Es kommt nicht zu übermäßigen Gefühlsduseleien, sondern man bekommt die harte Realität einfach mal vor den Latz geknallt.

Natürlich gibt es auch einen "Beziehungsteil" aber den hat die Autorin dankenswerter Weise relativ gering gehalten. Eine richtige Lovestory hätte einfach nicht zur Geschichte gepasst, die wirklich sehr temporeich und ja ... erwachsen und abgebrüht daherkommt.

Die Protagonisten sind Profis. Das merkt man an ihrem Handeln und Tun. Jeder POV Charakter war wunderbar ausgearbeitet, mit Stärken und Schwächen. Nett ... nein, nett kann man keinen wirklich nennen. Zumindest wollte ich keinen von denen nachts in einer dunklen Ecke begegnen, oder überhaupt begegnen. Aber genau das macht das Buch aus. Es gibt kein schwarz/weiß, kein gut/böse Schema, keine Helden, weil alle in diesem Buch mehr Dreck am Stecken haben, als gut für sie ist.
 

Das einzige kleine Manko, war für mich der Schluss, der dann doch ziemlich Knall auf Fall kam. Da hätte ich mir vielleicht zehn Seiten mehr gewünscht, ein bisschen ausführlicher, wie die Sache jetzt gelaufen ist. Aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt, mit dem ich durchaus leben kann.

Als Fazit kann man sagen: Kill Order ist ein temporeicher Thriller, der es in sich hat. Weder Leser noch Protagonisten werden geschont. Der Schauplatz ist etwas ganz anderes und Andrea Gunschera kann sowohl den nahen Osten, als auch das heimische Deutschland lebendig werden lassen.
Wer also ein rasantes, actionreiches Buch sucht, der kann mit Kill Order absolut nichts falsch machen!

Leseempfehlung: Aber unbedingt! Lesen, lesen lesen! 


Kommentare

  1. Du bist zu Zeit echt fleißig am lesen und rezensieren! Leider ein Buch, dass mich persönlich nicht sehr interessiert, einfach weil es ein Thriller ist. Aber wenn ich im Rahmen meines »öfter was neues probieren« doch noch einen Thriller suche, werde ich vielleicht auf »Kill Order« zurückgreifen. :)

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  2. Sehr tolle Rezi! Das ebook habe ich auch auf meinem Kindle, nachdem es gratis angeboten wurde, bisher aber noch nicht gelesen. Jetzt weiß ich, wo ich mal reinschnuppern werde, wenn ich Lust auf einen rasanten Thriller habe. ^^

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